Ereignisse in Lage im Jahr 1978

 

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Die Herrenbank kam nach Delden

In den Jahren 1977 bis 1981 wurde die Kirche in Lage gründlich renoviert. Pastor Lange schreibt dazu in seinem Zeitzeugenbericht für das Buch "Lage - Geschichte und Geschichten":

Bei allen wichtigen Schritten musste auch die Denkmalpflege einbezogen werden. Sie bestand darauf, dass die Kirche eine Elektro-Fußbodenheizung be­kam. Sie begründete diese Forderung mit dem notwendigen Abriss des alten Anbaus, in  dem bis dahin die Heizungsanlage installiert war. Auch die Baubehörde schloss sich dieser Forderung an. Das hatte zur Folge, dass die Kirche einen neuen Fußboden bekam, der für die Elektroheizung erforderlich war. Der Mittelgang, der aus alten Grabsteinen bestand, musste entfernt werden. Auch die alten Kirchenbänke waren zum Teil morsch und vom Holzwurm befallen. Nach der Renovierung stellte ein Kirchenmaler die Farbgebung vor und führte anschließend die Malerarbeiten an Kanzel und Orgel aus. Der Außenanstrich und einige notwendige Reparaturen am Kirchturm wurden später durchgeführt.

Außer den alten Grabplatten und den alten Kirchenbänken wurden auch das Chorgitter (Lettner) aus dem 17. Jahrhundert, ein Opferstock, ein eichenes Lesepult und die ehemalige Herrenbank entfernt. Die Votivtafeln und die Epitaphen wurden wieder angebracht. Mehrere der entfernten Gegenstände kaufte der Antiquitätenhändler H. Kamp aus Brecklenkamp, der sie restaurierte.

Die Kirche zu Lage 1952. Im Hintergrund links die Herrenbank, 

davor der Lettner und das Lesepult

Die Vereinigung "Freunde von Twickel" und die Juniorenkammer Twente starteten eine Aktion, um die Herrenbank anzukaufen. Sie wurde in der Alten Blasiuskirche zu Delden wieder aufgestellt.

Der Opferstock in der Lager Kirche

Der Opferstock kam zunächst in das Schlossmuseum in Bad Bentheim, ist aber inzwischen in die Kirche von Lage zurückgekehrt. Die Grabplatten wurden an der Nordseite der Kirche in einer Rasenfläche verlegt. Man mag sich fragen, ob dies der rechte Ort ist, da der Bentheimer Sandstein langsam aber sicher verwittert.

Quellen: 

Zeitzeugenbericht Berthold Lange, in: Lage, Geschichte und Geschichten, S. 278 ff

Harry B. J. Durville, De kerk te Lage - Die Kirche zu Lage, Over Twickel en Lage - Über Twickel und Lage, März 2000

  

Backhaus aufgebaut

Am 27. Februar 1978 wurde vom Notar Carl-Friedrich Arends in Neuenhaus ein Ergänzungsvertrag zu einem Erbbauvertrag von 1974 geschlossen. Der Vertrag zwischen der Stichting Twickel und dem Heimatverein Grafschaft Bentheim räumt dem Heimatverein ein Erbbaurecht an einem 34 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Kirche und dem Müllerhaus ein. Das Recht ist bis zum 31. Juli 2073 befristet. Es wird kein Erbbauzins gezahlt. Dem Heimatverein hat nach dem Vertrag von 1974 auch das Recht, einen Weg von der Straße zu dem Grundstück zum Fahren und Gehen zu nutzen.

Das Backhaus zwischen Kirche und Müllerhaus steht auf einem Erbbaugrundstück.

Auf dem Grundstück wird ein Backhaus wieder aufgebaut, das bis 1974 auf dem Hof Scholte Eekhoff in Hardingen gestanden hatte. Das Backhaus sollte ursprünglich beim Kreisheimatmuseum in Bentheim angesiedelt werden. Dieser Plan ließ sich jedoch nicht verwirklichen. 

Quelle: Digitales Archiv Lage 1974 und 1978

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