Schulchronik von Lage - 1946 bis 1965

von Lehrer Heinrich Kip 

Schuljahr 1946/47*

Ostern 1946 wurden 7 Jungen und 3 Mädchen entlassen. Auf Anordnung der Regierung wurde der Schuljahresbeginn wieder auf Ostern verlegt und alle Schüler über Nacht ein Jahr zurückversetzt. Nun mussten auch die Kinder eingeschult werden, die bis zum 1. 4. 46 das 6. Lebensjahr vollendet hatten. Dadurch wurden noch 1 Knabe und 3 Mädchen aufgenommen, zu denen noch bald 2 Knaben durch Zuzug hinzukamen. Diese Kinder bildeten mit denen, die im Herbst eingeschult waren, den 1. Jahrgang. Bei den weiter oben geschilderten schweren Schulverhältnissen und der hohen Schülerzahl, am 1. April waren es 86 Kinder, eine schwere Aufgabe.

Aufschlussreich ist ein Artikel, der am 20. 12. 45 in den "Nordwest-Nachrichten" Ems- und Vechteland-Ausgabe, der einzigen hier zurzeit genehmigten Zeitung stand.

Im Februar dieses Jahres wurden von den Schulkindern ca. 5 Zentner Tannenzapfen gesammelt und bei der Revierförsterei Frenswegen abgeliefert. Leider blieb die Bezahlung aus.

Ab Ostern ist für die Volksschule Englisch als Wahlfach eingeführt. Ein Mädchen des 5. Jahrgangs nimmt in Neuenhaus daran teil. Im vergangenen Winter konnte die Heizung der Schule zuletzt nur dadurch durchgeführt werden, dass eine Brennstoffsammlung durchgeführt wurde. Damit das im kommenden Winter nicht wieder vorkommt, will man in diesem im Gemeindedienst in Georgsdorf Torf stechen.

Kurz vor Ostern wurden mehrere Flüchtlingsfamilien nach hier überwiesen. Sie stammen fast ausnahmslos aus Schlesien. Die meisten von ihnen hatten kaum die allernotwendigsten Sachen. Einigen fehlte sogar das Bett. Es bedurfte großer Opfer innerhalb der Gemeinde, um die Familien mit dem allernotwendigsten Hausrat und den allerdringlichsten Kleidungsstücken zu versorgen. Da es in der Hauptsache alte oder gebrechliche Leute sind, erklärten sich die Gemeindeeingesessenen bereit, auch für die Flüchtlinge den Torf zu stechen, wenn sie selber für das Abtragen sorgen.

Zu Weihnachten wurde von der Kirchengemeinde auch eine Lebensmittel- und Fettsammlung für die Flüchtlinge durchgeführt, die ein sehr gutes Ergebnis hatte.

Nach den Herbstferien wurde die Aufteilung der Schulen nach Bekenntnissen durchgeführt. Die meisten katholischen Kinder vom 3. Jahrgange und aufwärts besuchten jetzt die katholische Volksschule Neuenhaus. Aber schon bald nach Weihnachten baten bis auf 2 Kinder alle wieder um Einschulung in die hiesige Schule.

Auch dieser Winter war wieder sehr streng. Deshalb wurden die Weihnachtsferien, die am 6. 1. endeten, bis zum 16. 1. 47 verlängert. In vielen Schulen musste der Unterricht sehr, sehr stark gekürzt werden oder ganz ausfallen. Dank der Vorsorge der Gemeinde war bei uns genügend Brennmaterial vorhanden und konnte der Unterricht planmäßig durchgeführt werden.

Auf Anordnung der Regierung wurde wegen des Unterrichtsausfalls der Schluss des Schuljahres auf den 30. 4. 47 festgesetzt. Die Osterferien fielen fort, Gründonnerstag und Mittwoch nach Ostern war voller Unterricht abzuhalten. Da aber sämtliche Schulen des Kreises, oft unter schwierigsten Verhältnissen durchgehalten hatten, beurlaubte der Herr Schulrat sämtliche Lehrkräfte von Montag bis Donnerstag vor Ostern.

Schuljahr 1947/48

Am 30. 4. wurden 3 Mädchen entlassen. Der einzige Junge des Jahrgangs machte ein freiwilliges 9. Schuljahr durch.

Am 6. 5., dem Beginn des Schuljahres 1947/48 wurden 5 Jungen und 3 Mädchen aufgenommen, so dass die Schülerzahl zu Beginn des Schuljahres 95 betrug.

Auch im Sommer 47 wurde wieder im Gemeindedienst für Schule und da der Gottesdienst im Winter wieder in der Schule stattfinden musste, auch für die Kirche Torf gestochen. Dabei wurde in sehr lobenswerter Weise auch für den Pfarrer- und Lehrerhaushalt mitgesorgt. Die Knaben der Oberstufe waren zweimal unter Führung eines Erwachsenen hin, um den Torf umzupacken. Durch gute Fürsprache und kleine "Gefälligkeiten" war es dem Bürgermeister, Herrn van der Kamp, möglich gewesen, die Torfstecher und die Kinder mit dem Lastauto von Lage abzuholen.

Der Sommer 1947 war der wärmste und trockenste seit langer Zeit. Selbst der trockene Sommer im Jahre 1911 wurde übertroffen. Die Dinkel lang wochenlang vollständig trocken. Um dem Notstand abzuhelfen, entschlossen sich die Gemeindemitglieder, vom Wah aus durch den Schwemmsand einen Graben zu werfen, damit das Wasser ins Dorf fließen konnte.

Im herbst 47 war es uns erstmalig möglich, einen Ausflug mit dem Omnibus zu machen. Wir machten eine Fahrt in die Niedergrafschaft: Neuenhaus, Uelsen - Wilsum - Ratzel - Wielen - Itterbeck - Uelsen - Höcklenkamp - Hardingen - Lage. In Wielen besichtigten wir das Heidegut. Viel Interesse fand bei den Kindern ein moderner Kartoffelroder. Ausgiebig probierten die Kinder beim Heideschlösschen ("Roolfs - Jan") ihre Geschicklichkeit an Karussell, Schaukel, Wippe usw.. Anschließend machten wir an den Wanderdünen Halt. Danach begaben wir und in das Quellgebiet der Itter.

Neue Lehrkraft: Zum 1. Dezember wurde die 2. Stelle durch die Schulamtsanwärterin Frl. Agnes Schuhmacher aus Düsseldorf besetzt. Sie hatte im herbst ihre 1. Lehrerprüfung an der evangelischen Akademie in Wuppertal bestanden. Sie übernahm die Mittelstufe und in der Oberstufe Geschichte, Erdkunde, Turnen, Zeichnen und Musik.

Vor den Osterferien war es uns noch einmal möglich, einen Ausflug zu machen. Wir besuchten das Ölfeld bei Emlichheim und den Geflügelhof Wilhelmina. Fahrpreis: 30 Eier und jedes Kind 1 RM. 

Schuljahr 1948/49

Ostern 48 wurden 8 Knaben und 2 Mädchen entlassen. Ein Schüler macht freiwillig ein neuntes Schuljahr. Neu aufgenommen wurden 3 Knaben und 3 Mädchen. 2 Kinder bestanden die Aufnahmeprüfung für die Mittelstufe. Zu Beginn des Schuljahres betrug die Schülerzahl 88.

Die Flucht in die Sachwerte nahm immer mehr zu. Sogar Hefte konnten nicht mehr für Geld zur Verfügung gestellt werden. Zahlte man für 1 Heft 1 Ei, konnte man soviel haben, wie man wollte. Hamsterer und auch Schwarzhändler überschwemmten auch unseren Ort und versuchten alle nur denkbaren Gegenstände und Waren, die es sonst nicht zu kaufen gab, gegen Fett einzutauschen. Besonders begehrt waren Fahrraddecken, die es auf Bezugsschein so gut wie überhaupt nicht gab. Wer kein Fett hatte, war sehr übel dran, für Fett gab es alles und preiswert, z. B. zahlte man für ein neues Fahrrad mit Bereifung 17 - 25 Pfund Fett.

Für die Reparatur des Daches der Schule hatten wir einen Bezugsschein für 20 Rollen Dachpappe bekommen. Der Dachdeckermeister war aber nicht zu bewegen, die Reparatur auszuführen. Der Brunnen unserer Wasserversorgung war nicht mehr in Ordnung. Die "Wasserinteressenten" stellten etwas Fett in Aussicht und mit der Arbeit wurde schnellstens begonnen. Kurz vor Ostern war der neue Brunnen fertig. Die Firma Hartlage baute uns die Enteisungsanlage nach ihrem System ein. Die geplante neue, größere Anlage konnte leider nicht angeschafft werden, da die meisten der "Wasserinteressenten" glaubten, die Gegenleistung (Fett) nicht entbehren zu können. In absehbarer Zeit werden sie erkennen, dass eine günstige Gelegenheit zur Beschaffung einer Anlage, die allen Anforderungen genügt hätte, verpasst ist. Vorläufig ist allerdings wieder die Anlage so in Ordnung, dass mit größeren Ausgaben vorerst nicht gerechnet zu werden braucht.

Mitte Juni machten die Kinder der Mittel- und Oberstufe eine Omnibusfahrt nach Frenswegen, Nordhorn und Klausheide, das die Kinder nur dem Namen nach kannten. Der Inspektor führte uns durch die Gebäude und erklärte uns die Maschinen, die für einen so großen Betrieb fast unentbehrlich sind.

Am 20. Juni wurde die Währungsreform durchgeführt. Das neue Geld wurde den Leuten in der Schule ausgehändigt. Schon am folgenden Tage waren an allen Orten die Geschäfte voll von Waren, die man in den letzten Jahren nur im Schleichhandel erhalten konnte.

Am 19. Juli ertrank der fast 6jährige Sohn des Lehrers Wilhelm Sager (Ludwig) hinter dem elterlichen Hause in der Dinkel. Den schwer geprüften Eltern bringt man allerseits wärmste Anteilnahme entgegen. Vor 49 Jahren ist ein Kind des damaligen Lehrers Götker fast an der selben Stelle ertrunken. Auf Veranlassung des Herrn Erziehungsministers sollen an allen Schulen Klassenelternschaften und Elternrat gewählt werden. Bei der 2. Elternversammlung wurde der Elternrat der hiesigen Schule gewählt. Ihm gehören an G. Potgeter als Vorsitzender und außerdem ... (Anmerkung: die weiteren Namen fehlen).

Am Tage vor den Herbstferien machten wir mit den Kindern der Oberstufe und des 4. Jahrganges einen Ausflug nach Osnabrück. Wenn die Stadt auch arg zerbombt ist, so bietet sie trotzdem für einen Schulausflug doch noch derartig viel Sehenswertes, dass uns der Tag fast zu kurz wurde. Museum, Hegertor, Festungstürme des alten Osnabrück, das fast wiederhergestellte Rathaus, Dom, Schloss und der Heimattiergarten wurden besucht. Eine Fahrt mit der Elektrischen vom Schölerberg bis zur Vititschanze machte allen viel Spaß. Über den Wert eines solchen Ausfluges für die Kinder brauchen wohl keine Worte verloren werden.

Schulsparkasse: Um im nächsten Jahre die Mittel für eine größere Fahrt (geplant ist Norderney oder die Porta!) zu haben, richteten wir nach den Herbstferien eine Schulsparkasse ein. Jedes Kind der Oberstufe bringt wöchentlich nach Möglichkeit 20 Pfennig oder mehr mit. Das Geld wird jedem Kind gut geschrieben.

Weihnachtsfeier: Am Abend vor den Weihnachtsferien machten wir eine Weihnachtsfeier, zu der die Eltern recht zahlreich erschienen waren. Im Mittelpunkt der Feier stand eine Aufführung "Die Zwergenpost" und ein Krippenspiel. Da Kinder Zutaten für Kuchen und Gebäck und genügend Geld gesammelt hatten, konnte allen Schulkindern und den angehenden Schulneulingen eine schöne Tüte ausgehändigt werden. Die Geschäftsleute hatten auch volles Verständnis für unsere "Nöte" und lieferten u. a. Bonbons "ohne" (Zuckerkarten).

Schuljahr 1949/50

Zu Ostern konnten nur die Kinder entlassen werden, die ein 9. Schuljahr durchmachten oder vor dem 1. 7. 1934 geboren sind. Widerruflich beurlaubt können werden, wer zwischen dem 1. Juli und 30. September 34 geboren ist und weiterführende Schule besuchen will oder eine anerkannte Lehrstelle im Gewerbe oder Handwerk oder in der Landwirtschaft hat, oder wenn ganz außergewöhnlich schwierige häusliche Verhältnisse vorliegen. Deshalb konnten nur ein Junge entlassen und ein Mädchen, das die Hauhaltungsschule in Nordhorn besuchen will, beurlaubt werden. Aufgenommen wurden 3 Knaben und 3 Mädchen. 2 Kinder besuchen nach bestandenem Probeunterricht die Mittelschule Neuenhaus.

3 Kinder einer Flüchtlingsfamilie aus Halle wurden zu Ostern als Fremdenkinder eingeschult, solange in Halle nicht die 2. Lehrerstelle eingerichtet ist. Mit Beginn des Schuljahres betrug die Kinderzahl 92.

Reparatur des Schuldaches: Zu Anfang des Schuljahres wurde durch die Firma Salzig das Dach des Schulgebäudes mit Dachpappe neu belegt, nachdem es jahrelang undicht gewesen war. Die Kosten beliefen sich auf etwa 600 DM. Obwohl der Außenanstrich dringend erneuert werden müsste, auch der Innenanstrich zu wünschen übrig lässt, werden wir aber wegen dieser ungewöhnlich hohen Auslage wohl vorerst darauf verzichten müssen.

Lehrerwechsel: Die Lehrerin Frl. Schumacher hat sich zum 1. 6. 49 nach ihrer Heimat Düsseldorf versetzen lassen, nachdem sie hier 1 1/2 Jahre lang tätig gewesen war. Um nicht von der Regierung die Stelle durch eine Lehrkraft, deren Unterbringung der Gemeinde Schwierigkeiten bereiten würde, besetzen zu lassen, entschloss sich die Gemeinde, den Schulamtsbewerber Hörstemeyer aus Lippstadt auf Privatdienstvertrag anzustellen. Als Gehalt erhielt Herr Hörstemeyer das Geld, das sonst an die Landesschulkasse als Beitrag abgeführt werden muss. Aber schon Ende Juni wurde Herrn Hörstemeyer eine Stelle von der Regierung in Arnsberg übertragen. Er musste von seinem Vertrag zurücktreten und bis zu den Sommerferien musste ich wieder einklassigen Betrieb einführen. Das war aber dadurch bedeutend erschwert, da in der Mittel- und Oberstufe 81 Kinder waren, die nicht in einem Klassenraum unterzubringen waren. Deshalb wurden sie in beiden Klassenräumen zum Teil gleichzeitig, teilweise auch die Mittelstufe nachmittags unterrichtet.

Zum 1. August wurde die 2. Stelle mit dem Lehramtsanwärter Erich Meyer aus Watenstedt, Kreis Helmstedt, zuletzt in Nordhorn-Altendorf tätig, besetzt. Herr Meyer ist verheiratet. Er hat vorerst 2 Räume im Forsthause bekommen. Das Schlafzimmer ist aber sehr klein und deshalb muss die Gemeinde die Beschaffung einer geeigneten Wohnung im Auge behalten.

Ausflug nach Norderney: Kurz vor den Sommerferien machten die Kinder der Oberstufe einen Ausflug nach Norderney. Morgens um 1/2 5 Uhr fuhren wir mit einem Omnibus von hier ab und erreichten zwischen 9 und 10 die Küste bei Norddeich. Hier hatten wir bis zur Abfahrt des Dampfers genügend Zeit, um uns den Deich und das Leben an der Küste bei Ebbe anzusehen. Ein Erlebnis war für die Kinder die Überfahrt in dem erst am letzten Sonntag in Dienst gestellten neuen Dampfer. Den etwa 2stündigen Aufenthalt auf der Insel benutzte wir, um bei aufkommender Flut Seesterne, Krebse usw. zu fangen, Muscheln zu suchen, den Badestrand zu besuchen, das Leben am strand zu beobachten, in den Dünen zu lagern und den Leuchtturm zu besuchen. Wie wurden da alle die Einzelheiten aus dem Buche "Berni im Seebade" in den Kindern lebendig! Gegen 6 Uhr verließen wir Norderney und fuhren gegen 7 Uhr von Norddeich der Heimat zu, die wir mit einer Unmenge neuer Eindrücke und Erlebnisse gegen 1/2 12 Uhr erreichten.

Ausflug nach Bentheim-Gildehaus: Anfang September machten wir mit den Kindern einen Ausflug nach Bentheim-Gildehaus. Sämtliche Kinder der Ober- und Mittelstufe nahmen daran teil. Die erste Rast wurde auf dem Isterberg gemacht. Hier wurden die "Fußspuren" in den Felsen und diese selbst in Augenschein genommen und der Blick auf das Syen-Venn und die weitere Grafschaft gelenkt. Nach einer Besichtigung der Burg Bentheim und der Stadt machten wir eine Fußwanderung nach Gildehaus, wo wir den Kirchturm betrachteten und die herrliche Fernsicht vom Mühlenberg genossen. Am Nachmittag besuchten wir die Freilichtbühne, die die Rabensteinerin aufführte.

Weihnachtsfeier: Am Abend vor den Weihnachtsferien hatte die Schule Eltern und freunde der Schule zu einer Weihnachtsfeier eingeladen, die im üblichen Rahmen stattfand und großen Beifall fand. Aus Schulspeisungsmitteln waren vom kreis je 1 Tafel (100 gr) Schokolade und etwa 1/2 Pfund Gebäck pro Kind gegen Erstattung der Unkosten (30 Pfennig) geliefert. Dadurch war es möglich, allen bei der Kinderbescherung eine nette Tüte auszuhändigen. Das wäre durch die Sammlung bei den Eltern nicht möglich gewesen.

Lebensmittelkarten: Gegen Ende des Schuljahres wurde offiziell das Ende der Bewirtschaftung verkündet. Wenn auch schon zu Beginn des Jahres 1950 praktisch alles ohne Karten zu haben war, so wurden die Karten doch immer noch ausgegeben. Die beiden letzten Lebensmittelkarten für erwachsene Normalverbraucher (Karte Nr. 11) sind hier eingeklebt.

Schuljahr 1950/51

Entlassen wurden 4 Knaben und 5 Mädchen und außerdem bekam auch noch 1 Mädchen, das seit Ostern 49 die Haushaltungsschule Nordhorn besucht hatte, sein Abgangszeugnis. 4 Knaben bestanden die Aufnahmeprüfung an der Mittelschule Neuenhaus. Aufgenommen wurden 7 Knaben und 2 Mädchen. Die Schülerzahl betrug zu Beginn des Schuljahres 90, von denen 19 zur Unterstufe zählten. Damit die Mittelstufe nicht zu stark wurde, kamen 7 Kinder des 5. Jahrganges mit in die Oberstufe, die damit 32 Kinder zählt.

Ausflug: An Höhepunkten im Schulleben ist zunächst unser großer Ausflug zu nennen, der uns mit dem Moomannschen Omnibus bis zu den Externsteinen führten. Osnabrück, Minden mit der Kanalüberführung über die Weser, die Porta Westfalica, eine lange Strecke Fahrt über die Reichsautobahn, Bad Salzuflen mit seinem herrlichen Kurpark, die Externsteine, Detmold und das Herrmannsdenkmal, Bielefeld, Bad Rothenfelde, Osnabrück sind die wichtigsten Punkte dieses schönen Ausfluges, dessen Hauptziel es sein sollte, unseren Kindern vom Flachland Berge zu zeigen und die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten der Heimat kennen zu lernen.

Weihnachtsfeier: Sodann ist als weiterer Höhepunkt im Schulleben die Weihnachtsfeier zu erwähnen, die am Abend vor dem letzten Schultag vor den Weihnachtsferien stattfand. Sie fand in einem würdigen Rahmen statt. Weihnachtslieder, Gedichte, 2stimmige Lieder des Chores, eine Weihnachtsaufführung und ein Krippenspiel wechselten in bunter Reihenfolge. Erstmalig war von einer Kinderbescherung abgesehen, da bei den heutigen hohen Preisen höchstwahrscheinlich nicht so viel Geld gesammelt wäre, um allen Kindern eine Tüte mit Süßigkeiten aushändigen zu können.

Fabrikbesichtigung: Am letzten Schultage in diesem Schuljahr war es uns möglich, mit den Kinder der Oberstufe den Betrieb von N + D (Anmerkung: Niehus und Dütting, später NINO) in Nordhorn zu besichtigen. Die Führung durch die Lager, Hallen und Säle machte auf die Kinder einen gewaltigen Eindruck, jedoch dürfte ihnen der genaue Werdegang vom Rohstoff Baumwolle-Zellwolle zum fertigen Stoff wohl nicht alles klar geworden sein, da ein größerer Teil der Erläuterungen des Führers in dem gewaltigen Lärm untergingen. Anschließend hatten wir noch Gelegenheit, einen Seilereibetrieb kennen zu lernen.

Um die 2. Lehrerdienstwohnung: Die Wohnverhältnisse des 2. Lehrers sind, wie schon weiter oben erwähnt, ungünstig. Es bestand für die Gemeinde die Möglichkeit, die ehemalige alte Lehrerwohnung zu erwerben. Da aber dafür kein Staatszuschuss zu erhalten ist und die Freimachung der notwendigen Räume auf Schwierigkeiten stoßen wurde, ist die Gemeinde von diesem Plan abgegangen. Sie beabsichtigt jetzt, einen alten Plan zu verwirklichen und an das Schwesternhaus eine Wohnung für eine unverheiratete Lehrkraft zu bauen, die auch für ein junges Ehepaar ausreicht. Die Gemeinde hofft außer dem Baudrittel auf einen Zuschuss. Hoffentlich sind die Vorarbeiten (Zeichnungen, Kostenanschläge usw.) bald so weit gediehen, dass dem Vorhaben die weiteren Schritte geebnet sind.

Kohlenmangel: Überall im Lande herrschte im vergangenen Winter eine große Kohlennot. Im Sommer des Berichtsjahres gab es reichlich Kohlen. Die Torfwerke hatten kaum gearbeitet, da sie bei der geringen Nachfrage für diesen Brennstoff noch genügend Lagerbestände aus dem Vorjahre zu haben glaubten. Etwa August-September hörte dann die Zufuhr von Kohlen und Briketts fast vollständig auf. Nun waren die Lagerbestände im Nu vergriffen und die Preise für Torf stiegen rapide. Auch diese Vorräte waren bald verkauft, und um der größten Not zu steuern, wurde Torf für teures Geld von Holland eingeführt. Die Qualität war aber sehr mäßig. Man darf es als ein großes Glück bezeichnen, dass wir nur einen sehr gelinden Winter hatten. Unsere Schule war rechtzeitig mit genügend Torf und Kohlen versorgt, so dass wie zum Beginn des neuen Schuljahres zuerst auch noch etwas heizen können.

Schuljahr 1951/52

Am 15. März wurden 7 Mädchen und 2 Knaben entlassen. 3 Kinder sind in die Mittelschule aufgenommen. Neu eingeschult wurden 3 Knaben und 4 Mädchen. Zu Beginn des neuen Schuljahres beträgt die Schülerzahl 83 und zwar 45 Knaben und 38 Mädchen.

Ausflüge: Im Laufe des Schuljahres machten wir eine Radfahrt über Neuenhaus, Veldhausen, Alte Piccardie nach Georgsdorf ins Hochmoor. Hier hatten wir Gelegenheit, Landwirte aus Labe beim Torfstechen zu sehen. Sie erklärten uns, wie viel Mühe und Arbeit es kostet, ehe man den begehrten Brennstoff nach Hause fahren kann. Leider war der große Bagger mit der Torfpresse an diesem Tage nicht in Betrieb. Der Rückweg wurde am Coevorden- Piccardie- Kanal entlang angetreten, bis zur neuen "Ölstraße" in Osterwald. Am Bahnhof Osterwald wurden die großen Öltanks besichtigt. Mit dem Gefühl, ein Stück der engeren Heimat näher kennen gelernt zu haben, kehrten wir fröhlich nach Hause zurück.

Als das Ereignis des Schuljahres wird der große Ausflug angesehen, der mit einem Omnibus ins Sauerland führte. Dem Möhnesee (Talsperre, Sperrmauer, Bootsfahrt), der Dechenhöhle und der Hohensyburg galt unser besonderes Interesse. Auf dem Rückwege hielten wir uns einige Stunden im Zoo in Münster auf! Wenn auch infolge der langen Anfahrtstrecke ein solcher Ausflug eine Anstrengung bedeutet, so kann man seine Berechtigung nur bejahen. Viele neuen Eindrücke können den Unterricht befruchten und unklare Vorstellungen werden zu Begriffen (Talsperre, Tropfsteinhöhle usw.)

Auch ein Besuch in einem Großzirkus mit großer Tierschau in Nordhorn sollte den Unterricht befruchten und ermöglichen, dass man zu gegebener Zeit darauf zurückgreifen kann.

Malerarbeiten in der Schulklasse: Während der Sommerferien wurden die beiden Klassenräume neu gestrichen. Im kommenden Rechnungsjahr soll der Vorraum an die Reihe kommen.

Um die 2. Lehrerdienstwohnung: Leider hat sich der geplante Bau einer Dienstwohnung für den 2. Lehrer aus finanziellen Gründen nicht ermöglichen lassen. Das Projekt ist auch nicht mehr so akut, da Herr Meyer im Pastorat eine Wohnung bekommen hat. 

Von einer Weihnachtsfeier wurde in diesem Jahre Abstand genommen.

Schuljahr 1952/53

Am 8. März wurden 3 Knaben und 7 Mädchen entlassen. 3 Kinder sind bei der Mittelschule Neuenhaus aufgenommen. Neu aufgenommen wurden 4 Knaben und 3 Mädchen, 1 Mädchen wurde zurückgestellt. Zu Beginn des Schuljahres betrug die Schülerzahl 75.

Im Lauf dieses Schuljahres wurde die neue Wandkarte des Kreises Bentheim endlich geliefert. Gleichzeitig wurde in diesem Jahre ein Relief von Niedersachsen angeschafft. Im Herbst wurde dann noch eine neue Karte vom Regierungsbezirk aus Flemmings Verlag bestellt, die aber bis jetzt Ende des Schuljahres 52/53 noch nicht geliefert wurde. Von der Kreisbildstelle wurde im Berichtsjahr ein Bildwerfer "Janox" geliefert, der schon in kurzer Zeit zu einem unentbehrlichen Lehrmittel geworden ist. Das Filmgerät muss immer noch mit den Schulen Halle und Hardingen gemeinsam benutzt werden. Es fehlt noch eine Schulfunkanlage. Hoffentlich ist es der Kreisbildstelle möglich, uns im kommenden Schuljahr ein Rundfunkgerät zu liefern.

Während der Sommerferien wurde der Flur der Schule neu gestrichen. Das war auch nötig, da die Öfen alt werden und deshalb leicht qualmen.

Kurz vor Ostern gastierte eine Eisrevue mit internationalen Künstlern in Nordhorn. Mit den Kindern der Oberstufe wurde eine Schülervorstellung besucht, die viel Anklang fand.

Auch im Kreise Bentheim trat die Kinderlähmung verhältnismäßig stark auf. Es mussten deshalb umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt werden. Des Baden in Flussbadeanstalten wurde verboten, der Turnunterricht musst so erteilt werden, dass keine Überanstrengung der Kinder erfolgte, Ausflüge und Wanderungen sollten nur dann gemacht werden, wenn keine körperliche Anstrengung damit verbunden war. Für die Abortanlagen waren besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen. In orten, in denen Fälle vorkamen, mussten die Gruben mit Chlorkalk desinfiziert werden und Schüsseln mit Desinfektionsmitteln aufgestellt werden, in denen die Kinder die Hände desinfizieren mussten. So war es nicht möglich, die geplanten Bundesspiele durchzuführen. Auch unser geplanter Ausflug nach Bremen musste abgesagt werden. Glücklicherweise kam in unserer Gemeinde kein Fall von Kinderlähmung vor.

Zum Tag des Baumes wurden auf dem Schulplatz 14 Birkenstämmchen gepflanzt, die alle angegangen sind. Leider hat auch im Berichtsjahr der Zaun um den Schulplatz nicht erneuert werden können, obwohl die Arbeit mit verhältnismäßig wenig Mitteln ausgeführt werden könnte.

Radfahrt ins Siedlungsgebiet Kalle Tinholt: Kurz vor Ostern machten die Kinder der Oberstufe eine Radfahrt in die Niedergrafschaft. Über Neuenhaus, Haftenkamp, Esche fuhren wir nach Scheerhorn ins Ölgebiet und hatten Gelegenheit, einen Rundgang durch eine Aufbereitungsanlage zu machen. Anschließend fuhren wir über Hoogstede ins Siedlungsgebiet Kalle Tinholt, in dem 8 neue Siedlerstellen im Bau waren.

Im Sommer 1952 wurde die Dinkelböschung von der Mossbrücke bis Rottmanns Haus erneuert. Eine Firma aus Wietmarschen führte die eigentliche Böschung aus. Buschen. Die alte Hecke musste ausgerodet werden, da die Straße etwas verbreitert werden muss. Den Abschluss bilden Betonpfähle mit Gasrohren. In den Osterferien wurden von den Schulkindern Rhododendron, Ilex, Flieder, Silberpappeln angepflanzt und gepflegt. Im kommenden Rechnungsjahr soll der letzte Teil erneuert werden.

Lehrerwechsel: Lehrer Meyer, der am 4. 9. 52 vor der Prüfungskommission seine 2. Lehrerprüfung abgelegt hatte, ließ sich zum 1. April 1953 nach Osterwald versetzen. Die stelle wurde wieder besetzt mit Herrn Joachim Naujocks, gebürtig aus Dresden (Flüchtling), der schon seine 1. Lehrerprüfung in Oldenburg gemacht hatte. Da Herr Meyer seine Wohnung in Osterwald noch nicht beziehen konnte, muss er weiterhin hier wohnen. Deshalb kann Herr Naujocks noch nicht umziehen und muss vorläufig jeden Tag von Nordhorn nach hier fahren.

Schuljahr 1953/54

Ostern 1953 wurden 7 Knaben und 2 Mädchen entlassen. Außerdem musste ein holländisches Mädchen auf Wunsch der Eltern nach 7 1/2jähriger Schulzeit entlassen werden. Aufgenommen wurden 5 Knaben und 5 Mädchen. Zu Beginn des Schuljahres betrug die Kinderzahl 70. Ein Mädchen ist nach der Mittelschule Neuenhaus abgemeldet. Schon bald nach Ostern nach Ostern wurden 2 Kinder nach Bremen und 2 nach Getelo überwiesen. Bei dem Schulbericht (15. Mai) betrug die Kinderzahl nur noch 66. Das ist mit Ausnahme des Schuljahres 1914 (61 Kinder) seit mehr als 60 Jahren die niedrigste Schülerzahl überhaupt.

Rhododendrenpflanzung: Während der Osterferien pflanzten wir hinten und vorn auf dem Schulplatz Rhododendrenbüsche an, die aber während des Berichtsjahres sich nicht wunschgemäß entwickelten, da es von Ostern bis Pfingsten sehr trocken war. Unser Schulplatz, der aus sterilem Sand besteht, war deshalb ständig staubig. Durch di Kinder wurde mit Handwagen und Pferdefuhrwerken viel Humus aus dem Busch und Spreu der Dreschmaschine auf den Platz gebracht und untergegraben. Es war noch vor vorgesehen, während des Schuljahres Mutterboden, der wegen Verlegung des "Nyen Dieks" infolge der Regulierung der Hardinger Becke (siehe weiter unten) freu wurde, auf den Schulplatz zu fahren; jedoch ist der Plan im Berichtsjahr leider noch nicht ausgeführt und sind wir auf das kommende Schuljahr vertröstet.

Keuchhusten: Im Sommer des Berichtsjahres erkrankte ein erheblicher Prozentsatz der Kinder an Keuchhusten. Besonders in der Unterstufe machte sich das sehr unliebsam bemerkbar, da zeitweilig 40 % der Kinder fehlten. Ein entsprechende Meldung an das Gesundheitsamt blieb unbeantwortet. 

Paratyphus: 2 Kinder erkrankten während des verflossenen Jahres an Paratyphus. Das waren auch Kinder der Unterstufe. Da sich beide Krankheiten über einen längeren Zeitraum erstreckten, konnte das Ziel der Unterstufe in diesem Jahre nur bedingt und zum Teil erreicht werden.

Karte Regierungsbezirk: Im Laufe des Jahres wurde die neue Karte des Regierungsbezirks geliefert, die zur Zufriedenheit ausgefallen ist. Außerdem wurden uns von dem Werbedienst für Verkehrswerbung auf unsere Bitte eine Anzahl schöner Bilder kostenlos übersandt. Dafür wurde ein Wechselrahmen bestellt, der im Flur für guten Wandschmuck benutzt wird.

Umzug des Lehrers Naujocks: Herr Lehrer Meyer, der seit dem 1. 4. nach Osterwald versetzt war, aber noch immer in Lage wohnte, ließ sich nach Neerlage versetzen. Zum 1. 9. 1953 räumte er die Wohnung und Herr Naujocks konnte endlich in Lage Wohnung nehmen.

Im Berichtsjahr fiel die Kinderzahl noch weiter dadurch, dass Zollbeamtenfamilien umzogen und Familien mit weniger bzw. ohne schulpflichtige Kinder nach hier versetzt wurden, auf 63.

Ausflug nach Amsterdam: Neben einer Radwanderung und einem Ausflug zu Fuß war der Höhepunkt der Wanderungen das Erlebnis des Jahres unser Ausflug nach Amsterdam mit dem Omnibus des bewährten Reiseführers Moomann Uelsen. Von den vielen Eindrücken, die wir von dieser Fahrt mitnehmen konnten, wird besonders die Hafenrundfahrt und die Fahrt durch die vielen Grachten Altamsterdams allen ein Erlebnis fürs ganze Leben bleiben.

Verbesserung bzw. Neuanpflanzung der Straße Neuenhaus - Lage: Im Berichtsjahr wurde der größte Teil der Straße Lage - Neuenhaus umgepflastert. Auch die Straße innerhalb des Dorfes, die in einem argen Zustande war, wurde umgepflastert. Auf Kosten der Gemeinde wurde zu beiden Seiten der Straße Hochbord angelegt. Schön wäre es, wenn eine einheitliche Pflasterung des Hochbordes möglich wäre! Leider reichten die Mittel nur bis zur Pflasterung bis zur Höhle des Bosmann - Maschmeyerschen Geschäftshauses. Hoffentlich hat der Kreis im neuen Jahre die Mittel eingesetzt, um die restliche Dorfstraße und die Straße Lage - Landesgrenze umzupflastern!

Hardinger Becke: Ein weiteres, seit langem geplantes großes Objekt wurde im Berichtsjahre begonnen und wegen des trockenen Herbstes fast vollendet: die Regulierung der Hardinger Becke. Vom "Nyen Diek" läuft rechtwinklig zur alten Hardinger Becke ein neuer Arm bis zum Gehöft Spickmann. Hier wird er unter den Weg geleitet Richtung Goor. Vom Transformator aus läuft er am Kirchhof entlang zur Dinkel (Beton - Durchlass an der Straße Lage - Neuenhaus!) Es würde zu weit führen, alle Gräben, die neu mit 3 Baggern ausgeworfen wurden, einzeln aufzuzählen. Die "alte" Hardinger Becke, die neu gebaggert und begradigt wurde, nimmt nur noch einen Teil des bisherigen Wassers auf.

Dinkelböschung: Im Berichtsjahr wurde die letzte Strecke der Dinkelböschung von Rottmanns Haus bis Dykhuis erneuert und auch mit Betonpfählen und Gasrohren von der Straße aus gesichert. Durch die nachträgliche Pflasterung wird durch die Erhöhung durch den Hochbord wirken die Pfähle allerdings sehr niedrig.

Gasleitung: Durch die Gasfelder in Halle (Itterbeck I) bedingt, wurde eine Gasleitung von Halle nach Frenswegen gelegt. Sie verläuft auf Lager Gebiet von den "Weißen Steinen" an der Landstraße entlang bis zur Wirtschaft Lavarre. Von hier verläuft sie in gerader Richtung durch Äcker und Wiesen unter die Dinkel durch über die Marsch, durch die Umflut in Höhe der Neustadt zur Straße Lage- Grasdorf und an dieser entlang bis zur Leitung Frenswegen - Osterwald.

Schuljahr 1954/55

Zu Ostern 1954, am 16. März, wurden 13 Knaben und 8 Mädchen, also 21 Kinder entlassen. Eine so große Zahl ist in Lage wohl noch nicht eher entlassen worden. Das ist wohl in der Hauptsache darauf zurückzuführen, dass es sich um die Kinder handelt, die im Herbst 1945 und Ostern 1946 eingeschult worden waren. In Wirklichkeit handelt es sich also um eineinhalb Jahrgänge, die nun auf einmal entlassen werden.

Dieser Entlassung standen nur 9 Aufnahmen gegenüber. Zum Schluss des Schuljahres betrug die Kinderzahl also 63 weniger 21 = 42. Zwei Kinder gingen noch ab zur Mittelschule. Somit beginnen wir mit einer Kinderzahl zu Ostern 1954 von nur 49. Das ist seit Menschengedenken die bei weitem niedrigste Kinderzahl, die Lage gehabt hat. Die nächst niedrigste Zahl hatte das Jahr 1914 mit 61 Kindern! in den nächsten Jahren wird die Kinderzahl wieder steigen. Wahrscheinlich werden es Ostern 1956 wieder etwa 65 sein.

Durch die Kinderzahl bedingt und vom Herrn Schulrat empfohlen wurde zu Ostern eine neue Stufeneinteilung vorgenommen. Die 4 unteren Jahrgänge werden in der Zukunft von Herrn Naujocks unterrichtet, während ich die 4 oberen Jahrgänge ganz übernehme. Herr Naujocks erteilt nur in der Oberstufe den Musikunterricht. Für diese Stunden übernehme ich Turnen im 3. und 4. Schuljahr.

Neue Schulbücher: Für den 1. Jahrgang wurde die Klettfibel eingeführt und für die Oberstufe anstelle des Sprachbuches von Lange "Mein Sprachbuch" von Hohn/Steinert Heft 3 für das 5. bis 8. Schuljahr neu eingeführt. Hoffentlich diesen beide Bücher dazu, den Kindern die Erlernung des entsprechenden Stoffes zu erleichtern.

Tag des Baumes: Am Tag des Baumes wurden wieder auf dem Schulplatz weitere 8 Birken gepflanzt.

Schulplatz: Lange Jahre war der Spielplatz unser Sorgenkind, da der sterile Sandboden niemals fest wurde. Im Berichtsjahre wurden mehrere Fuder Waldboden und Spreu angefahren, untergegraben und mit Mutterboden von "Nyen Diek" bedeckt. Seit dieser Zeit hat das Verwehen und Stauben aufgehört.

Im vergangenen Sommer war ich genötigt, wegen Erkrankung ein Fachkrankenhaus in der Nähe Göttingens aufzusuchen. Von den Sommer- bis zu den Herbstferien musste Herr Naujocks die Kinder allein unterrichten. An Lehrmitteln wurden im Berichtsjahre u. a. neue Wandkarten von Nord- und Südamerika und von Asien angeschafft.

Lehrer Naujocks bekommt andere Wohnung: Die hiesige Pfarrstelle, die seit einigen Jahren nur durch einen Hilfsprediger verwaltet wurde, soll neu besetzt werden. Deshalb musste Herr Lehrer Naujocks seine Wohnung im Pfarrhause räumen. Ihm wurde eine neue in der ehemaligen Dienstwohnung aus der Patronatszeit zur Verfügung gestellt.

Aufteilung der Gemeindewiese: Aus Gründen der Verkehrssicherheit können die großen Gemeindwiesen nicht mehr gemeinsam beweidet werden, da der Abtrieb der etwa 100 Kühe jeden Abend Verkehrsstockungen und -gefährdungen verursachten. Deshalb hat der Gemeinderat im Einvernehmen mit den Kuhbürgern beschlossen, jedem von diesem entsprechend ihrer Kuhzahl eine Parzelle zu überlassen. An der Umflut wurde über den Talgraben eine Brücke gebaut und von hier kann der Auftrieb erfolgen.

Ausflüge: Im Herbst machten die Kinder der Mittelstufe einen Ausflug nach Emmen, um den dortigen "Dieren-Tuyn (Zoo!) zu besichtigen. Die Fahrt erfolgte gemeinsam mit den entsprechenden Jahrgängen der Schule Halle mit einem Omnibus. Am Tage der Schulentlassung machten die Kinder der Ober- und Mittelstufe einen Omnibusausflug nach Münster. Im Bagno in Burgsteinfurt wurde Station gemacht. In Münster wurden u. a. das Rathaus mit dem Friedenssaal, die Domuhr, die Weltuhr und der Zoo besichtigt. Großen Eindruck machten auf die Kinder auch die Hauptstraßen und der Verkehr einer Großstadt. Bei dieser Gelegenheit benutzten alle Kinder zum ersten Mal eine Rolltreppe in einem Warenhaus.

Schulentlassung: Am 8. März wurden 3 Knaben und 5 Mädchen entlassen. Ein Mädchen nahm erfolgreich am Probeunterricht der Oberschule teil.

Ortsjubiläum: Am Tage des Schuljahrschlusses wurde in einer kleinen Schulfeier daran erinnert, dass ich, der Lehrer Kip, nunmehr 25 Jahre als Lehrer in Lage tätig sein durfte. Aus diesem Anlass überreichte mit der Bürgermeister in Anwesenheit des Gemeinderates in meiner Wohnung eine sehr wertvolle goldenen Armbanduhr mit Widmung mit einer herzlich gehaltenen Ansprache.

Schuljahr 1955/56

Da das Schulpflichtalter heraufgesetzt ist, wurden nur 9 Kinder eingeschult. Die Schülerzahl beträgt demnach zu Beginn des Schuljahres wie im verflossenen nur 49.

16. 3. 1956 Sichtvermerk Schulrat Portheine

Im Laufe des Schuljahres gingen noch 3 Kinder ab. Die Kinderzahl betrug somit nur 46. Das ist die geringste, so weit es sich nachweislich feststellen lässt. Im Berichtsjahr wurden zwei neue Wandkarten angeschafft.

Neue Öfen: Die alten Klassenöfen der Firma Oskar Winter, die seit 1932 benutzt wurden, waren unbrauchbar geworden und wurden durch neue ersetzt, jedoch erwies es sich gleich im 1. Winter, dass sie bei strengem Frost reichlich klein sind, um die Klassenräume vorschriftsmäßig zu erwärmen. Die Abortanlagen wurden im Berichtsjahr neu gestrichen. Das war der erste Innenanstrich nach dem Neubau.

Lehrerwechsel: Zum 1. Oktober wurde Herr Lehrer Naujocks, der seit dem 1. April 1953 hier wirkte, auf seinen Wunsch nach Osterwald versetzt. Dort kann er eine bessere Wohnung beziehen. Zu seinem Nachfolger ernannte die Regierung den Lehrer Diener, der vorher in Bentheim tätig war. Er hatte seine 1 und 2. Lehrerprüfung in der Russenzone abgelegt und war dann nach Niedersachsen gezogen. Seine Frau ist gebürtige Neuenhäuserin. Nachdem er noch ein Jahr die Pädagogische Hochschule in Osnabrück besucht hat, machte er in Niedersachsen seine 1. Lehrerprüfung und wurde als außerplanmäßig angestellt.

Abberufung des 2. Lehrers: Infolge der geringen Kinderzahl (46 siehe oben) blieb er aber nur bis zum 31. Dezember. In Hilten war eine Stelle durch Versetzung des Hauptlehrers Holthuis nach Neuenhaus unbesetzt. Da keine Lehrkräfte zur Verfügung standen, wurde Herr Lehrer Diener in die Stelle eingewiesen. In Lage musst einklassiger Betrieb eingerichtet werden. Dass durch fortgesetzten Lehrerwechsel (3 in einem Schuljahr) die Leistungen der Kinder sehr beeinträchtigt werden, braucht kaum erwähnt zu werden.

Ringleitung: Innerhalb der Gemeinde sind im Berichtsjahr einige sehr wichtige Verbesserungen gekommen. Als wesentlichste Verbesserung ist der Anschluss an die Ringwasserleitung zu nennen. Über die katastrophalen Wasserverhältnisse besonders bei lang anhaltender Trockenheit aber auch im Winter bei strenger trockener Kälte ist genügend geschrieben worden. es sei hier nur noch einmal erwähnt, dass viele Leute ihr Wasser für Mensch und Vieh aus der Dinkel holen mussten.

Durch das tatkräftige Einsetzen des Bürgermeisters v. d. Kamp ist es Wirklichkeit geworden, dass beim ersten Bauabschnitt auch die Gemeinde Lage mit angeschlossen worden ist. Damit ist auch die kleine Rammpumpe, die auf dem Goorkamp aufgestellt war und einwandfreies Trinkwasser lieferte, überflüssig geworden. In späteren Jahren wird man es für unmöglich halten, dass das Trinkwasser so weit geholt wurde oder gar wie es vor etlichen Jahren noch war, der Dinkel entnommen wurde.

Auf Betreiben des Bürgermeisters v. d. Kamp wurde auch gleich die Druckerhöhungsstation gebaut, damit bei steigender Wasserabnahme der erforderliche Druck vorhanden ist. Vorläufig braucht die Anlage zwar noch nicht in Betrieb genommen werden, doch weiß man nie, ob bei Bedarf die erforderlichen Mittel (etwa 50.000,- DM) zur Verfügung gestellt werden würden.

Neupflasterung der Straße Lage - Grasdorf: Als weitere wesentliche Verbesserung im Berichtsjahr ist die Neupflasterung und Asphaltierung der Straße Lage - Grasdorf zu erwähnen, für die sich der Bürgermeister v. d. Kamp auch tatkräftig mit Erfolg eingesetzt hat. Das alte Pflaster, das eigentlich nur noch aus Schlaglöchern bestand, war besonders bei Regenwetter für die vielen Nordhornfahrer kaum passierbar. Um dem größten Übelstande abzuhelfen, hatte die Gemeinde Lage einen Radweg aus Kohlenschlacke anlegen lassen, der aber bei dem fortwährenden Überholen und Ausweichen nur ein Notbehelf war. Jetzt ist die Straße von Grund auf neu gepflastert und asphaltiert. Es ist für alle Lager, besonders aber für die vielen, die ihrer Beschäftigung in Nordhorn nachgehen, von ungeheurem Wert.

Pflasterung an der Neustadt: Ferner fasste im Berichtsjahr der Gemeindeausschuss den Beschluss, den Weg über die Neustadt und einen kleinen Teil des "Nyen Diek" auspflastern zu lassen. Diese Arbeiten wurden zu Ende des Berichtsjahres beendet. Anlässlich des Wasserleitungsbaus erschien am 2. 7. 1956 in den Grafschafter Nachrichten der folgende Artikel:

Das 1. Haus rechts stellt das ehemals Hoedtsche Haus dar, das von G. Bildermann käuflich erworben ist. Er will es in absehbarer Zeit abreißen und an seiner Stelle ein neues Wohnhaus errichten.

Das der Kirchengemeinde gehörende ehemalige Küsterhaus, das zurzeit von dem Maurer R. Dykhuis bewohnt wird. Da es sehr reparaturbedürftig ist, wird es in absehbarer Zeit entweder abgerissen oder einer großen Reparatur unterzogen werden müssen.

Schuljahr 1956/57

Ostern 1956 wurden nur 8 Kinder entlassen und eines ging nach der Mittelschule. Dagegen wurden 20 Kinder, eine sehr weit über dem Durchschnitt liegende Zahl, neu aufgenommen. Somit betrug die Schülerzahl zu Beginn des Schuljahres 62. Damit war die Wiederbesetzung der 2. Stelle von der Regierung als notwendig anerkannt. Zum 1. 4. d. J. wurde sie mit Fräulein Hilmer aus Osnabrück, die dort kurz vorher ihr 1. Lehrerexamen abgelegt hatte, besetzt. Sie bezog 2 der Räume der ehemals Naujockschen Wohnung. Den dritten überließ sie Frau Bitter vorläufig, da diese wegen einer Erkrankung nicht allein in ihrer sein konnte. Die Bezahlung der Untermiete erfolgte am Frl. Hilmer. Die Gemeinde Lage stellte die nicht unerheblichen Gelder für die Gardinen (Stores) der drei sehr hohen Fenster zur Verfügung.

Rundfunkgerät: Dem Bericht vom Jahre 1955/56 ist noch nachzutragen, dass der Schule von der Kreisbildstelle im Sommer 1955 ein Schulfunkgerät zur Verfügung gestellt wurde. Es wird seit dieser Zeit für den Schulfunk, besonders für den Aufsatzfunk, im Unterricht mit eingesetzt.

Neue Vorhänge: Im Berichtsjahr wurden für die Mittelstufe neue Vorhänge angeschafft. Sie wurden von der Fa. H. Döppen, Lage, geliefert. Neben ihrem eigentlichen Zweck gehen sie dem Raum ein freundliches Aussehen. Im kommenden Jahre wäre eine Anschaffung für den Oberstufenraum sehr erwünscht. Die Verteilung der Kinder auf die einzelnen Jahrgänge ist schultechnisch recht ungünstig; sind doch in den 4 unteren Jahrgängen 47 Kinder, während die Oberstufe nur 15 Kinder zählt.

Ausflug nach Norderney: Die kleine Zahl der Oberstufenkinder macht es zu kostspielig, einen Ausflug mit dem Omnibus zu machen. Deswegen entschlossen wir uns, mit den Kindern der Haller Schule eine Fahrt nach Norderney zu machen. Der Ausflug war, von schönem Wetter begünstigt, kurz vor den Sommerferien. Er war für alle Teilnehmer ein einmaliges Erlebnis und gab allen eine Unmenge neuer Eindrücke.

Heizung der Klassenräume: Der verflossene Winter 1956/57 war außergewöhnlich milde. Trotzdem machte die Beheizung der Klassenräume einige Schwierigkeiten. Das ist darauf zurückzuführen, dass die vor einigen Jahren angeschafften Öfen zu klein und deshalb immer überbeansprucht sind und deshalb wohl häufig Schäden an den Rosten und Türen zu Heizungsschwierigkeiten führen.

Neupflasterung der restlichen Dorfstraße: Nachdem im verflossenen Jahre die Verlegung der Wasserleitung beendet war, drängte Bürgermeister van der Kamp auf die Neupflasterung des Südendes der Dorfstraße von dem Geschäft Maschmeyer an. Dieses Stück war besonders schlecht, voller Schlaglöcher und zum Teil noch aus den so genannten Katzenköpfen bestehend. Da diese natürlich nicht mehr für eine Umpflasterung benutzt werden konnten, wurden für eine Teilstrecke neue Betonsteine verlegt. Sie liegen auch vor der Schule und tragen dazu bei, dass der Unterricht durch das "Pflastergeräusch" kaum noch beeinträchtigt wird.

Neue Straßenbeleuchtung: Eine weitere wesentliche Verbesserung ist in der Straßenbeleuchtung des Dorfes im Berichtsjahre erfolgt. Bisher waren an mehreren Häusern Lampen angebracht, die von den betreffenden Bewohnern bei Einbruch der Dunkelheit ein- und abends um 10 Uhr ausgeschaltet wurden. Das Erstere wurde von dem Einen und dem Anderen wohl mal vergessen, außerdem gab es nur ein kümmerliches Licht. Im Winter wurde nun unter Kostenbeteiligung der RWEV gründlich Wandel geschaffen. Moderne Lampen mit Leuchtröhren sorgen für eine einwandfreie Beleuchtung der Dorfstraße und der "Bahne". In der Kirche und im Flur der Lehrerwohnung sind automatische Schalter an Elektrouhren angebracht. Sie werden, dem Einbruch der Dunkelheit entsprechend, von Angestellten der RWEV eingestellt und schalten sich dann automatisch ein und abends um 11 Uhr, wenn die Spätschichtarbeiter zurück sind, auch wieder aus. Damit die Nacht- und Frühschichtler auch nicht im Dunkeln weg- bzw. heimfahren können, wird die Beleuchtung auch morgens von fünf bis sieben Uhr noch einmal eingeschaltet.

Leider ist durch die Verbesserung (Hochbordstein, Beleuchtung, Pflasterung auf der Neustadt und dem Nyen Diek) der Gemeindesäckel über Gebühr beansprucht. Dadurch sind die dringend nötigen Aufwendungen für die Schule gedrosselt. Für die Oberstufe ist die Beschaffung von einer neuen Verdunkelungseinrichtung und von Vorhängen dringen erforderlich. Der Spielplatz muss dringend so hergerichtet werden, dass die gesundheitsschädlichen Staubwolken nicht mehr aufwirbeln. Außerdem ist die Aufstellung eines Fahrradstandes nicht mehr lange aufzuschieben. Reparaturen am Schuldach und der Außenanstrich der Schule sowie die Neueinzäunung des Lehrergartens sind vordringlich!

Schuljahr 1957/58

Ostern 1957 wurden 2 Knaben und 2 Mädchen entlassen. Als Schulabschluss machten sie mit den Schulabgängern aus Grasdorf einen Ausflug nach Bremen. Außer den 4 Schulentlassenen erfolgten 2 Überweisungen an die Mittelschule in Neuenhaus. Neu aufgenommen wurden 11 Kinder. Mithin stieg die Schülerzahl mit Schuljahresbeginn auf 67.

Lehrerwechsel: Zum Schluss des Schuljahres erreichte die außerplanmäßig Lehrerin Fräulein Hilmer ihre Versetzung nach Bramsche. Für sie wurde der Lehrer Gölitz aus Bathorn, gebürtig aus Melle in die freie Stelle eingewiesen. Er wohnt in den Räumen der ehemaligen, baroneigenen Dienstwohnung, die Fräulein Hilmer gemietet hatte. Herr Gölitz ist verheiratet. Er beabsichtigt aber nicht, seine Frau hier wohnen zu lassen, sondern er hat das Bestreben, eine Stelle in seinem Heimatort oder dessen nächster Nähe zu bekommen. Somit ist also in absehbarer Zeit wieder mit einem Lehrerwechsel zu rechnen. Dass sich das für die Kinder und den Leistungsstand der Schule recht ungünstig auswirken wird, ist nur zu verständlich. Wenn die Gemeinde diese andauernden Lehrerwechsel mit den unausbleiblichen Folgen verhindern will, muss sie durch den Bau einer Wohnung oder auf andere Weise versuchen, Anreiz zu geben, dass die Lehrkräfte sich hier wohl fühlen können und nicht das Bestreben haben, schnellstens wieder von hier versetzt zu werden.

Ausflug nach Amsterdam: Die geringe Kinderzahl der Oberstufe ließ es nicht zu, allein einen größeren Omnibusausflug zu machen. Wir waren deshalb gern bereit, auf den Vorschlag der Schule Klausheide einzugehen, mit den Klausheidern einen Ausflug zu machen. Amsterdam war das Ziel. Eine Grachten- und Hafenrundfahrt, der Besuch des Zoo und eine Besichtigung des Flugplatzes Schiphol bei Amsterdam hinterließen bei den Kindern den tiefsten Eindruck und erweiterten und vertieften die Arbeit in der Schule.

Omnibuslinie: Im Berichtsjahre gelang es endlich, die lang ersehnte Omnibusverbindung nach Nordhorn zu bekommen. Die Bentheimer Eisenbahn richtete sie ein. Wenn sie auch hauptsächlich für die Schichtarbeiter besonders wertvoll ist, besteht doch auch die Möglichkeit, die Mittelschule in Neuenhaus und das Gymnasium in Nordhorn mit den Bussen zu besuchen.

Straßenausbesserung: Das Reststück der Straße Neuenhaus  - Ootmarsum von Lage nach der Landesgrenze befand sich in einem katastrophalen Zustand. Im Berichtsjahr wurde es gründlich überholt. Hoffentlich wird der Ausflugsverkehr von Holland jetzt dadurch günstig beeinflusst.

Schuljahr 1958/59

Ostern wurden 4 Kinder, 2 Knaben und 2 Mädchen entlassen, 3 weitere Kinder besuchen die Mittelschule Neuenhaus. Aufgenommen wurden 10 Kinder. Die Kinderzahl stieg also auf 70. Während die oberen 4 Jahrgänge sehr schwach sind (14 Kinder!), ist die Grundschule zu stark. Deshalb wird der 3. und 4. Jahrgang 6 Stunden mit der Oberstufe kombiniert. Dadurch hat der 1. und 2. Jahrgang 12 Stunden für sich.

Lehrerwechsel: Herr Lehrer Gölitz wurde zum 1. 4. 1958 auf seinen Wunsch nach Hitzhausen, Kreis Wittlage, versetzt. Als Nachfolgerin kam Fräulein Bohlmann aus Achterberg nach hier. Sie hat hier ihre 1. Einstellung. Die Bevölkerung ist über den häufigen Lehrerwechsel ungehalten und das mit Recht, da der Unterricht sehr darunter leidet.

Im Berichtsjahr wurde der Außenanstrich der Schule, außer Eingangstür, erneuert. Viel Kopfzerbrechen und Ärger hat der Schulplatz schon gemacht, da er recht staubig it. Ein größerer Windschutzgürtel von Sträuchern, Büschen usw. kann nicht angepflanzt werden, da der Spielplatz dann zu klein würde. Im Berichtsjahr hat man mit einem Lastauto voll Schlacke probiert, einen Teil des Platzes zu befestigen. Der Versuch ist negativ verlaufen, die Schlacke treten sich nicht fest. Im neuen Rechnungsjahr müssen nach neuen Mitteln und Wegen gesucht werden, um den Schulplatz einigermaßen staubfrei zu bekommen.

Wandtafeln: Während der Osterferien 69 sind die Wandtafeln in beiden Klassenräumen neu hergerichtet. Zum 1. Male ist von dem hergebrachten schwarze Anstrich abgesehen, sie sind diesmal grün gestrichen. Dadurch haben beide Räume ein freundliches Gesicht bekommen.

Handarbeitsunterricht: Fräulein Johanna Hartger, die seit 1945 als Nachfolgerin von Gemeindeschwester Berta Starke den Handarbeitsunterricht erteilt hatte, ist Anfang März de. J. nach längerer Krankheit im Alter von reichlich 73 Jahren verstorben. Die Kinder haben im Berichtsjahr nur sehr wenig Handarbeitsunterricht gehabt. Auf dringenden Wunsch der Gemeindevertretung hat meine Frau sich bereit erklärt, den Handarbeitsunterricht zu erteilen. Sie wurde zum 15. Februar 1959 von der Regierung mit der Erteilung beauftragt.

Straße in Brecklenkamp: Im Berichtsjahr ging ein lang gehegter Wunsch des Gemeindeteiles Brecklenkamp in Erfüllung: eine Straße von der Neustadt durch Brecklenkamp bis zum Hof Lohuis. Mit Landes-, Kreis- und Gemeindemitteln ist dieses Bauvorhaben ermöglichst worden. Witterungsbedingt musste die Pflasterung bei Frühjahr/Sommer 1959 zurückgestellt werden, nachdem Sanddamm und Gräben fertig gestellt sind.

Neues Baugelände: Durch freundliches Entgegenkommen der Baronin van Heeckeren van Wassenaer war es der Gemeinde möglich, den Baukamp und die Koppel als Baugelände am Dorfkern im Wege des Tausches (1: ca. 1,25) zu erwerben. Die Gemeinde tritt dafür Grundstücke hinter der Zollstation und im "Breemoss" ab. Die Bauplätze auf dem Ortfeld sind alle bebaut bzw. vergeben und sollen in absehbarer Zeit als Bauplätze dienen. Das neue Baugelände muss noch aufgeschlossen werden. Für das Dorf ist es von ungeheurer Wichtigkeit, dass jetzt der Dorfkern erweitert werden kann, da der Ortsteil "Ortfeld" für das Dorf zu sehr abseits liegt. Im Berichtsjahr wurden die Telefonleitungen im Dorf verkabelt.

Am 14. März wurden 3 Knaben und ein Mädchen entlassen. Ein Kind wird nach der Mittelschule Neuenhaus entlassen. 

Schuljahr 1959/60

Ostern wurden 9 Kinder, 4 Knaben und 5 Mädchen, aufgenommen. Zu Beginn des Schuljahres beträgt die Schülerzahl mithin 74 Kinder.

15. 3. 60 Sichtvermerk Schulrat Kollmann

Im Sommer machten die Kinder der Mittel- und Oberstufe mit dem Omnibus einen Ausflug nach Bentheim und Gildehaus. Am Nachmittag besuchten die Kinder die Freilichtbühne.

Im Berichtsjahr wurden u. a. eine Rechenlatte und ein Tafel zur Veranschaulichung der Bruchrechnung angeschafft.

Der Sommer 1959 war so trocken, wie es seit Jahrzehnten nicht gewesen ist. (Auch 1911 nicht!) Die Dinkel war monatelang vollständig trocken. Die Wiesen waren zum Teil (besonders auf höher gelegenen leichten Böden) verdorrt. Manche Leute waren genötigt, dem Weidevieh Stroh in die Weiden zu werfen. Die Tränken waren leer, und die Versorgung des Viehs mit Wasser machte erhebliche Schwierigkeiten. Hätte unsere Gemeinde keine Wasserleitung gehabt, wäre die Katastrophe der Wassernot nicht auszudenken gewesen. Die Leute von der Neustadt und aus Brecklenkamp holten das Trinkwasser aus der Lager Leitung, alles andere Wasser für Vieh, Wäsche usw. musste von Wah geholt werden. Das war besonders im Herbst beim Kartoffeldämpfen recht unbequem und zeitraubend. Da auch der Herbst nur sehr wenig Regen brachte, dauerte die Wassernot zum Teil noch bis Januar 1960. Das hatte insofern etwas Gutes, denn es bestand für Neustadt und Brecklenkamp die Möglichkeit, im Frühjahr an die Ringwasserleitung angeschlossen zu werden, wenn je Anschluss 500 DM gezählt würde. Hätte nicht allen noch die große Wassernot lebhaft in Erinnerung gestanden, hätten sich sicher mehrer nicht bereit erklärt, die Gebühr zu bezahlen und die Verlegung der Leitung hätte wahrscheinlich nicht erfolgen können. Es wurden Perlonrohre verlegt.

Da im Berichtsjahr die im Vorjahr schon erwähnte Pflasterung des neuen Sanddammes mit Betonsteinen erfolgt ist, ist für die Ortsteile Neustadt und Brecklenkamp vieles besser geworden.

Der wirtschaftliche Aufschwung hat sich auch in der Gemeinde Lage sehr bemerkbar gemacht. Am Ende des Berichtsjahres (31. März 1960) gab es in Lage: 34 Autos, 12 Fernsehgeräte, 12 Trecker, 71 Mopeds, 33 Motorräder und -roller.

Wegen familiärer Verhältnisse sah sich Fräulein Bohlmann, die hier 2 Jahre mit gutem Erfolg unterrichtet hatte, gezwungen, um ihre Versetzung nach Waldseite zu bitten. Ihrem Antrag wurde zum 31. 3. 60 stattgegeben. Ihr Fortgang wurde sowohl von den Kindern und Eltern als auch vom Kollegen sehr bedauert. Als Nachfolgerin wurde von der Regierung Fräulein Kirves aus Lotte bei Osnabrück nach hier beordert. Fräulein Kirves hat hier ihre 1. Dienststelle nach ihrer 1. Lehrerprüfung. Dass durch den ständigen Lehrerwechsel die Leistungen der Kinder leiden, ist nur zu verständlich und es wäre zu wünschen, dass die Gemeinde Maßnahmen ergriffe, (z. B. eine gute Wohnung o. ä.), die es ermöglichen würde, dass ein ständiger Lehrerwechsel vermieden würde.

Krieger-Denkmal: Am Totensonntag, dem 22. November 1959 wurde das Mahnmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges, das mit den 30 Namen der Opfer des 2. Weltkrieges vervollkommnet wurde in einer Feierstunde enthüllt. (Untenstehend ein Bericht der Grafschafter Nachrichten vom 24. 11. 59.

Kurz vor Weihnachten bekam die Lehrerwohnung ein WC. Ostern 1960 wurden 2 Knaben und 3 Mädchen entlassen. 3 Knaben gingen auf die Mittelschule. Durch Umzug gingen im Laufe des Schuljahres 4 Jungen und 2 Mädchen auf andere Volksschulen ab.

Schuljahr 1960/61

Aufgenommen wurden Ostern 3 Knaben und 7 Mädchen. Die Schülerzahl betrug somit zu Beginn des neuen Schuljahres 70.

Im Laufe des Berichtsjahres wurden für die Schule mehrere Neuanschaffungen getätigt. Neben einem Tausenderbande wurde die Feuerung in der Schule auf Öl umgestellt. Beide Klassen erhielten die modernsten Ölöfen. Der Öltank, der aus wirtschaftlichen Gründen größer hätte sein müssen, damit im Sommer zum verbilligten Preis das gesamte Öl für den Winter hätte gekauft werden können, steht im Schulkeller. Das Öl wird durch eine automatische Pumpe in einen kleinen Behälter gedrückt, von dem es in die Öfen fließt. Am Schluss des Winters und Schuljahres kann gesagt werden, dass sich die neue Anlage glänzend bewährt. Die Reinigung der Räume ist einfacher und die Temperatur viel schneller zu regulieren, dabei liegen die Brennmaterialkosten viel niedriger als bei der Kohlenheizung.

Neuer Zaun: Im Berichtsjahr wurde endlich der schon längere Zeit geplante neue Zaun fertig. Er wurde nach einer Zeichnung des Architekten Pötter gebaut. Die alte Weißdornhecke nahm den Verkehrsteilnehmern in der Kurve jede Sicht und bildete somit eine stete Gefährdung der Kinder.

Fahrradstand: Als 3. wesentliche Verbesserung im Schuljahr 1960/61 ist der Bau eines Fahrradstandes zu erwähnen, der hinten auf dem Schulplatz aufgestellt wurde. Mein Vorschlag, ihn auf dem gemeindeeigenen Platz hinter dem Spielplatz aufzustellen und die Ab- und Zufahrt außerhalb am Schulplatz entlang herzurichten, wurde nicht durchgeführt. Der neue Fahrradstand bietet Platz für +- 40 Fahrräder und ist voll besetzt. Er wird im kommenden Schuljahr schon nicht mehr ausreichen.

Klassenanstrich: Durch die neuen Ölöfen konnten die Löcher in den Wänden, in denen die Kohlenöfen standen, zugemauert werden. Dadurch war ein Neuanstrich der Klassenräume und des Flurs erforderlich geworden, der während der Weihnachtsferien durch den Malermeister Bonke ausgeführt wurde. 

Die gewaltigen Ausgaben für die Schule konnte die Gemeinde nur deshalb leisten, weil auf dem neuen Baugelände Baukamp (siehe Berichtsjahr 1958/59) die ersten 4 Bauplätze verkauft und ein Teil des Erlöses für die Schule abgezweigt wurde. Die 4 Bauplätze wurden im Berichtsjahr auf bebaut, ein Haus ist fertig gestellt und 3 sind im Rohbau fertig!.

Hochwasser: Im Berichtsjahr war es außerordentlich regnerisch. Die Heuernte konnte noch ziemlich gut eingebracht werden, aber dann setzte der Regen ein, wenn auch der Boden wegen des vorhergegangenen trockenen Jahres sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen konnte, war er zur Zeit der Roggenernte so feucht, dass die Mähdrescher auf vielen Äckern versackten und nicht eingesetzt werden konnten. Die Ernte konnte kaum eingebracht werden, das meiste Getreide war in den Garben ausgewachsen. Ein großer Teil der Hackfruchternte war im Boden verfault bzw. hielt sich nicht. Im Spätherbst führten Dinkel und Vechte Hochwasser und traten über die Ufer. Die Straßen nach Neuenhaus, nach Grasdorf und von Neuenhaus nach Nordhorn (bei Nöst) waren tagelang überflutet. In Neuenhaus, Nordhorn und vielen Landgemeinden mussten Häuser geräumt werden. In Nordhorn und auch in Neuenhaus mussten Pioniere der Bundeswehr mit Schlauchbooten die Bevölkerung versorgen, (z. B. die ganze Siedlung in Neuenhaus an der Lager Straße).

Die beiden Aufnahmen zeigen die ältesten Schule von Lage (erbaut 1691, erneuert 1791, den alten Konfirmandensaal) am Tage des Abbruchs im April 1960)

Konfirmandensaal: Die älteste Schule von Lage, die bei zum Kriege als Konfirmandensaal gedient hatte, dann aber Flüchtlingen aus Aachen, aus dem Sperrgebiet Vertriebenen (sieh 1945), Vertriebenen aus den Ostgebieten und zuletzt einer TBC-gefährdeten Familien als Notwohnung gedient hatte, wurde kurz vor Ostern frei. Da eine gründliche Renovierung nötig gewesen wäre, kam man überein, einen neuen Konfirmandensaal zu bauen, der zum größten Teil in kostenfreier Gemeinschaftsarbeit erstellt werden sollte. Er steht auch auf dem alten Friedhof, aber an der hinteren Grenze. Er zeugt von dem guten Einvernehmen der beiden Konfessionen, dass sich auch die katholischen Bevölkerungsteile zur kostenlosen Hilfeleistung ohne Aufforderung zur Verfügung stellten. Bis zum Ende des Berichtsjahres war der Bau so weit fertig, dass damit gerechnet werden kann, dass der Konfirmandensaal, der auch als Jugendraum dienen soll, zu Pfingsten seiner Bestimmung übergeben werden kann. Leider kann das nicht mehr Herr Pastor Rooseboom machen, da er mit dem 31. März 1961 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand tritt. Er hat sich um die Fertigstellung große Verdienste erworben.

Wegeverbesserung: Für die Wegeverbesserung ist im Jahre 1960/61 viel getan worden, die Gemeinde stellte Steine als Packlage zur Verfügung, die von den Interessenten gelegt wurde.

Am 31. März 1961 waren in Lage vorhanden: (siehe 1. 4. 1960) 45 Autos (+11), 19 Fernsehgeräte (+7), 16 Trecker (+4), 61 Mopeds (-10), 32 Motorräder und -roller (-1).

Es ist für die Schule noch nachzutragen, dass für den Handarbeitsunterricht eine neue Anker - Zick - Zack - Nähmaschine angeschafft wurde und dass der Unterricht ab 1. 4. 1960 in 2 Abteilungen getrennt erteilt wird.

Schuljahr 1961/62

Ostern 1961 wurden 2 Knaben und 3 Mädchen entlassen. 2 Knaben besuchen nach Ostern die Mittelschule in Neuenhaus. Aus einer anderen Volksschule wird ein Mädchen aufgenommen. Schulpflichtig werden 7 Knaben und 5 Mädchen, mithin beträgt die Schülerzahl beim Schuljahresbeginn 77 Kinder.

Pflasterung: Im Laufe des Schuljahres wurde der Platz vor der Schule mit Ausnahme eines kleinen Platzes für ein Blumenbeet mit Betonsteinen gepflastert. Dadurch und durch den neuen Zaun (60/61) hat die Vorderansicht der Schule sehr gewonnen.

Neue Vorhänge: Im Berichtsjahr 1961/62 wurden für die Mittelstufe neue Vorhänge angeschafft. Ferner wurden durch Gemeinschaftsbestellung genügend Material und Gerät für den Naturlehreunterricht gekauft.

Im Sommer 1960 konnte Herr Bürgermeister van der Kamp auf eine 25jährige Dienstzeit zurückblicken, in der er die Gemeine außergewöhnlich viel geschafft hat (u. a. elektrisches Licht, neue Schule, Neupflasterung der Dorfstraße, gute Straßenbeleuchtung und vor allem die Wasserleitung). Auch für die Belange der Schule und der Lehrer hatte er immer ein warmes Herz und volles Verständnis, was hiermit dankbar anerkannt werden soll.

Am 11. 8. 61 wurde mit durch den Herrn Schulrat für 40jährige Dienstzeit eine Ehrenurkunde überreicht. Im Berichtsjahr wurde die Führerscheinpflicht für Mopeds eingeführt. Der Verkehrsunterricht und die Prüfungen waren in der Schule.

9. Schuljahr: In diesem Jahr wurde die Schulpflicht auf 9 Jahre heraufgesetzt. Alle Lager Kinder des 8. Schuljahres müssen das 9. Schuljahr in Neuenhaus ableisten, während die Kinder, die aus niederen Jahrgängen entlassen worden wären, das 9. Schuljahr (absolvieren und) in Lage die Schule weiterbesuchen. Für die Zukunft ist geplant, dass auch die Kinder des 7. und 8. Jahrgangs in dem Schulort, in dem der 9. Jahrgang unterrichtet wird, die Schule besuchen sollen.

Altes Brauchtum: Seit vielen Jahren habe ich mich bemüht, altes Brauchtum, soweit es Kinder betrifft, zu erhalten. Mit Befriedigung kann ich feststellen, dass mir das bis jetzt gelungen ist. Die Kinder gehen am Nuejahrstage von Haus zu Haus, um "Glück in't nye Joar" zu wünschen. Sie erhalten dann Neujahrskuchen und sonstige Naschereien.

An dem Martinstag beteiligen sich die Kinder fast vollzählig an dem Umzug. Die erhaltenen Geschenke (Äpfel, Gebäck, Bonbons, Nüsse und auch Geld) werden unter meiner Aufsicht in der Schule verteilt.

Lage ist immer einer der wenigen Orte der Grafschaft, in dem am Palmsonntag mit dem "Palmbusch" und mit dem "Palmpsalm = Poaschen-Lied") die bis etwa 8jährigen Kinder um ein Osterei bitten ("Moore, giff my een eij, een eij is nix, twee eijer is watt, dree eijer bin ick satt").

Die beiden Bildchen zeigen 4 Kinder, die mit ihren Palmbüschen die Lehrerwohnung verlassen (Palmsonntag 1962).

Am 31. März 1962 waren in Lage vorhanden: 56 Autos (+11), 18 Trecker (+1) 26 Roller und Motorräder (-6) 64 Mopeds (+3) 30 Fernseher (+11).

Schuljahr 1962/63

Ostern 1962 wurden 2 Mädchen und 1 Knabe nach der Volksschule Neuenhaus (9. Schuljahr) entlassen. 1 Junge und ein Mädchen besuchen ab Ostern die Mittelschule Neuenhaus. 2 Mädchen wurden an eine andere Volksschule überwiesen. 2 katholische Jungen besuchen ab Ostern die katholische Volksschule Neuenhaus. 2 Mädchen (Zollbeamtenkinder) wurden an eine andere Volksschule überwiesen. Die Schülerzahl beträgt Ostern 1962 wieder 77 Kinder.

Nachtrag zum Bericht 1961/62: Anfang Juli 61 machten die Kinder der Oberstufe einen Ausflug nach Norderney, der für alle Kinder noch dadurch ein Erlebnis wurde, dass auf der Rückfahrt bei Windstärke 10 Sturmflut war und die Anlegestelle in Norddeich etwa 1 m überflutet war und wir den Dampfer erst mit mehr als einstündiger Verspätung verlassen konnten.

Im Berichtsjahr 1962/63 wurde eine Leinwand für den Bildwerfer angeschafft und gleichzeitig ein neues Mikroskop gekauft. (Lieferfirma: Großversand Quelle, Fürth). Im Herbst 1962 wurde auf dem Schulhof ein Klettergerüst der Firma Turnmeyer, Hagen, aufgestellt. Zu den Kosten zahlten Kreis und Regierung je 1/3 der Summe als Zuschuss.

Für den Lehrer wurde eine Wellblechgarage geliefert, die hinter dem Schulplatz aufgestellt worden ist. 

Polio-Schluckimpfung: Im Berichtsjahr wurde im Lande Niedersachsen eine Polio-Schluckimpfung durchgeführt. Sämtliche Schulkinder und auch viele Erwachsene ließen sich impfen.

Ausflug nach Hameln: Im Sommer machten die Kinder der Oberstufe und einige Eltern mit einem Sonderzug, der von Neuenhaus aus verkehrte, einen Ausflug nach der Rattenfängerstadt Hameln. Außer den bekannten Sehenswürdigkeiten besichtigten wir eine Gartenschau. Eine Dampferfahrt auf der Weser fand viel Anklang. Mit vielen neuen Eindrücken kehrten wir gegen 11 Uhr zurück.

Die Mittelstufe machte einen Omnibusausflug nach Bentheim und besuchte die Freilichtbühne.

Am 31. März 1963 waren in Lage vorhanden: 72 Autos (+16) 18 Trecker (+-0) 25 Motorräder (-1) 65 Mopeds (+1) 34 Fernseher (+4)

Schuljahr 1963/64

Ostern 1963 wurden nach 9jährigem Schulbesuch 3 Kinder entlassen und 6 Kinder müssen das 9. Schuljahr in Neuenhaus ableisten. Neu aufgenommen wurden 14 Kinder, sonstige Zugänge: 1. Zu Beginn des Schuljahres betrug die Schülerzahl 83.

Schuleigenes Filmgerät: Im Berichtsjahr standen die Mittel zur Verfügung, um ein Filmgerät zu kaufen, zu dem die Kreisbildstelle einen 50prozentigen Zuschuss gewährte. Außerdem wurde eine neue Deutschlandkarte angeschafft.

Ausflug nach Bremen: Im Juni machten die Kinder der Oberstufe mit einem Schüler-Sonderzug einen Ausflug nach Bremen. Hafenrundfahrt, Roland, Rathaus, Dom, ein Gang durch die Böttchergasse und "Alt-Bremen" unter Führung vom Verkehrs-Verein und dann anschließend der Aufenthalt im Überseemuseum mit Aquarium hinterließen bei den Kindern den tiefsten Eindruck und erweiterten und vertieften die Arbeit der Schule. Die Mittelstufe machte gemeinsam mit der Schule Esche einen Omnibusausflug nach Bentheim.

Neuer Sportplatz: In diesem Sommer war es der Gemeinde möglich, auf dem "Meyers- Kamp" einige Grundstücke zu pachten, die mit Regierungs- und Totomitteln zu einem idealen Sportplatz hergerichtet wurden, der im Sommer 64 seiner Bestimmung übergeben werden kann.

Öl-Heizung für die Lehrerwohnung: Im Winter (Dezember 63) wurde von der Firma Kamps in die Lehrerwohnung eine Ölheizung eingebaut. Heizungskessel und Öltanks sind im Schulkeller.

Schulreinigung: Mit Beginn des Schuljahres 63/64 gab Frau Henny Diek, geborene Bildermann, ihr Amt als Schulwärterin auf. Lange Jahre hatte sie, wie auch schon ihre Mutter und Großmutter, treu und gewissenhaft, oft unter recht schwierigen Verhältnissen, ihre Arbeit zur vollen Zufriedenheit erledigt. Auch an dieser Stelle muss das lobend erwähnt werden. Ihre Nachfolgerin ist Frau Werner.

Baugelände Baukamp: Auf dem Baukamp sind Ende März 64  16 Häuser fertig bzw. im Rohbau fertig. Die restlichen 4 Plätze des 1. Bauabschnittes sind verkauft und werden wahrscheinlich im kommenden Jahre bebaut werden. Sobald der 2. Abschnitt des Bebauungsplans vom Kreisbauamt genehmigt ist, (30 Bauplätze!) wird die Bebauung weitergehen, da schon mehrere Interessenten sich für Bauplätze haben vormerken lassen.

Im Berichtsjahr wurde für die Dienstwohnung des Lehrers eine neue Doppelspüle mit Anrichte angeschafft.

Volkstrauertag: Zum Volkstrauertag wurden von den Kindern der Oberstufe 35,- DM für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge zusammengetragen, die auf das Konto bei der Kreissparkasse eingezahlt wurden. 

Am 31. März 1964 waren in Lage vorhanden: 82 Autos (+10), 21 Trecker (+3), 21 Motorräder (-4), 56 Mopeds (-9), 56 Fernseher (+22).

Schuljahr 1964/65

Entlassen wurden nach 9 Schuljahren 1 Knaben und 1 Mädchen. Ihr 9. Schuljahr leisten ab: 5 Jungen und 5 Mädchen. Ein Mädchen besucht die Mittelschule Neuenhaus. Sonstige Abgänge an andere Schulen 2. Neu aufgenommen wurden 12 Kinder.  Sonstige Zugänge von anderen Volksschule 4 Kinder. Zu Beginn des Schuljahres 1964/65 betrug die Kinderzahl 83.

Im Berichtsjahr war ich wegen eines leichten Herzinfarktes von den Sommer- bis zu den Herbstferien dienstunfähig. Während dieser Zeit hat Herr Lehrer Balderhaar, Gölenkamp wöchentlich 3 Tage die Oberstufe unterrichtet, die anderen 3 Tage hatten die Kinder frei. Herr Balderhaar wurde von den Autobesitzern des Dorfes "reihum" abgeholt und zurückgebracht.

Am Ende des Berichtsjahres bin ich 35 Jahre in Lage tätig. Das soll mir Veranlassung sein, eine kurze Rückschau zu halten. Als ich zum 1. 4. 1930 nach hier versetzt wurde, bestand noch das Schulpatronat des Baron van Heeckeren van Wassenaer in Twickel, der Schule und Lehrerwohnung (Haus Nr. 18) stellen und unterhalten und jährlich 800,- M in die Schulkasse zahlen musste. Rechte hatte er keine mehr.

1930 machte Lage noch den Eindruck eines ausgesprochenen Acker- und Kuhbürger - Dorfes. Außer dem Pastorat, der Lehrerwohnung, der Schule, 2 Gemischtwarengeschäften und einer Fahrradhandlung hatten nur 3 Häuser, die allerdings erst zwischen 1924 und 1930 erbaut wurden, normale Haustüren. Alle anderen Häuser hatten nach der Straße hin eine Diele mit den großen 2flügeligen Dielentüren. Schon 1930 kam durch den Neubau Gerritzen die 1. Änderung. Leider habe ich es versäumt, die alten Straßenfronten zu photographieren, was mir als einzigem Photo - Apparatbesitzer damals durchaus möglich gewesen wäre. Seit 1930 haben bis jetzt 25 Häuser die Vorderfront geändert (Umbau, Neubau, 1 Altbau).

Das äußere Bild trog aber, denn von all den Familien an der Dorfstraße lebte nur eine allein von der Landwirtschaft (ten Brink!). 1930 gab es in Lage 3 Gemischtwarengeschäfte (Schrader, van der Veen - Liese, Bosmann), 1 Schmiede mit Kohlenhandlung und Haushaltswaren, 1 Fahrradhandlung mit Reparaturwerkstatt, je 2 Maler- und Schuhgeschäfte und 1 selbständigen Maurer, 1 Stellmacher, außerdem 1 ambulanten Lebensmittelladen (H. Döppen), 1 ambulanten Textilhandel (H. Döppen), 3 Wirtschaften und eine kleine Molkerei, die in einem Hause (mehr Schuppen) gegenüber dem Konfirmandensaal betrieben wurde. 1934 baute Familie Basse eine neue Molkerei an der Südseite des Dorfes. Die alte Wassermühle war noch täglich in Betrieb.

Fast alle diese Gewerbebetriebe betrieben nebenbei Landwirtschaft. Viele hatten ein Handwerk erlernt, das sie als "Arbeitnehmer" neben der Landwirtschaft ausübten. 1930 gab es 10 (zehn) Maurer, 6 Zimmerleute und Tischler, 3 Schlosser, 1 Anstreicher, 9 gingen entweder alle Tage oder so oft wie möglich "in't Heerenwark" (zur Gutsverwaltung!). 19312/32 wurde die neue Schule erbaut. (Siehe Schulchronik Band 2, ein dickes Schulheft.)

Anschließend folgen einige Aufnahmen von Häusern, die in den letzten Jahren abgebrochen bzw. geändert sind:

I Dorfstraße mit den Häusern Beckmann und Braakmann und im Hintergrund Haus W. Dykhuis; im Vordergrund Steine für Packlage der Dorfstraße.

II Dorfstraße mit den alten Häusern Hermann Gülink, Georg van den Bosch/Wahlfeld (Doppelhaus) und Nykamp (Janzen). Alle Häuser mit Hochgiebeln.

III Ale Schule Lage (In Benutzung bis 1. November 1932), Eigentum des Baronen (Schulpatron!). Erbaut 1854, umgebaut 1885. Von 1932 bis 1940 als Gemeindehaus benutzt, anschließend wurde sie als Gefangenen - Lager benutzt. 1949/59 von Johann Gülink erworben und als Wohnhaus umgebaut. Seit 1963 ist Even Eigentümer.

IV Altes Haus Beckmann. Typisch für alle diese Häuser ist, bzw. war: Dielentüren nach der Straße, Holzgiebel, die weit nach unten gezogenen Dächer sind die Seitenwände als Fachwerkwände errichtet. (Alles Maßnahmen wegen des schlechten Baugrundes).

V Altes Wohnhaus Johann Brüggink (zwischen v. d. Veen - Liese und Johann Toenhake).

VI Altes Wohnhaus Döppen (1964 abgebrochen!) neben Gerritzen! Elternhaus von Hermann Döppen und Dietrich Döppen (Kelder!).

VII  Altes Wohnhaus Hermann Gülink. Über "de Oaner Döär" guckt Oma Gülink, die älteste Einwohnerin von Lage.

VIII Altes Wohnhaus Johann Toenhake (erbaut 1922) Dahinter sieht man bereits das Dach des Neubaus.

IX  "Altes" Wohnhaus Oldegerts (Gosink), erbaut 1924/25. Wurde 1964 abgebrochen, weil es nicht genügend fundamentiert war und starke Risse aufwies.

Im Berichtsjahr 1964/65 wurden eine neue Karte von Niedersachsen und 12 W-V-Bälle angeschafft. Im Sommer wurde der neue Sportplatz seiner Bestimmung übergeben. Leider hat man bis heute versäumt, die von der Schule geforderten Sprunggruben anzulegen. Jetzt hat aber die Schule die Möglichkeit, viel mehr Sportstunden auf dem Sportplatz zu erteilen.

Mittelpunktschule Neuenhaus: Im Berichtsjahre haben sich die Eltern bereit erklärt, die Kinder des 7. und 8. Schuljahres in die Mittelpunktschule in Neuenhaus zu schicken. Herr Schulrat Thielke hatte zunächst in einer Sitzung des Gemeinderates diesen davon überzeugt, dass der Besuch der Mittelpunktschule für die Kinder recht segensreich sei. In einer Sitzung der Elternschaft am 6. 2. 1965 warb er auch mit warmen Worten für den Besuch der Mittelpunktschule. Nach einer lebhaften Aussprache, in der er manche Frage beantwortet hatte, schritt man zur Abstimmung. Von den 31 Erziehungsberechtigten stimmten 28 für den Besuch, 2 waren dagegen und einer enthielt sich der Stimme. Somit werden ab Ostern 65 die Kinder des 7. und 8. Jahrganges die Mittelpunktschule in Neuenhaus besuchen unter der Voraussetzung, dass sie gleich nach Unterrichtsschluss Fahrgelegenheit mit einem Schülerbus haben.

40jähriges Dienstjubiläum: Im Sommer 1964 konnte ich mein 40jähriges Dienstjubiläum begehen, zu dem mir die Regierung ein Geldgeschenk überwies. Die Urkunde war mir schon einige Jahre vorher ausgehändigt. Deswegen wurde von einer Feierstunde abgesehen. Die Gemeinde und die Kinder der Oberstufe schenkten je einen Präsentkorb und die  Kirchengemeinde überreichte einen schönen handgetriebenen kupfernen Wandteller.

Tod des Bürgermeisters van der Kamp: Am 30. Mai d. J. verunglückte bei einem Verkehrsunfall in Varenrode (Strecke Lingen - Salzbergen) unser langjähriger Bürgermeister, Organist und Kirchmeister Herr Heinrich van der Kamp tödlich. Die Nachricht durcheilte sie ein Lauffeuer unsere Gemeinde und rief überall Trauer und Bestürzung hervor, hat doch Herr v. d. Kamp durch seinen Weitblick und seine Umsicht, vor allem aber durch seinen persönlichen Einsatz außerordentlich viel für das Wohl der Gemeinde getan.  Es ist mir nicht möglich, alle seine Verdienste einzeln aufzuführen. Ich möchte an dieser Stelle nur erwähnen, dass es kaum vorstellbar ist, war er für das Wohl der Gemeinde alles geleistet hat. Hoffentlich versäumt die Gemeinde nicht, ihm durch Benennung einer Straße, eines Platzes oder eines Gebäudes (Schule, Dorfgemeinschaftshaus o. ä.) mit seinem Namen ein bleibendes Andenken zu bewahren! Das große Trauergefolge bei seiner Beerdigung legte Zeugnis davon ab, dass er nicht nur in der Gemeinde, sondern auch in der näheren und weiteren Umgebung beliebt und geschätzt war.

Ehre seinem Andenken!

Erwähnen möchte ich an dieser Stelle noch, dass er für die Belange der Schule viel Verständnis hatte und ein warmherziger Förderer war. Schule und Lehrer sind ihm zu großem Dank verpflichtet!

Nachdem im Dezember 63 die Poststelle Lage eingezogen war, machte die Gemeinde viele und große Anstrengungen, den unhaltbaren Zustand rückgängig zu machen.

Zu Beginn des Berichtsjahres 64/65 erschien der vorstehende Bericht in den Grafschafter Nachrichten.

Zum Schluss des Berichtsjahres muss festgestellt werden, dass alle Bemühungen, eine Poststelle wieder zu bekommen, vergebens waren. Das einzige Entgegenkommen, das eine Kommission der Oberpostdirektion Bremen zu machen bereit war, war die Bewilligung einer "Postannahmestelle" für Lage.

Verpachtung der Lager Molkerei: Im Sommer 64 saht sich Herr Molkereibesitzer Basse aus persönlichen (gesundheitlichen) Gründen gezwungen, seine Molkerei zu verpachten. Pächter wurde "Bermes - Milch", die hauptsächlich nur die Milch entrahmt und die Sahne in Kesselwagen in ihren Hauptbetrieb bringt und dort zur Herstellung von Büchsenmilch verarbeitet.

Ostern 65 waren auf dem Baukamp 19 Häuser bewohnt bzw. im Rohbau fertig. Am 31. März gab es in Lage 89 Autos (+7), 23 Trecker (+2), 19 Motorräder oder -roller (-2), 60 Mopeds (+4), 79 Fernsehgeräte (+23), 21 Melkmaschinen (?).

Ende Januar 1965 teilte mir die Regierung in Osnabrück mit, dass sie den Herrn Amtsarzt gebeten habe, meine Dienstfähigkeit festzustellen. Die Untersuchung war Mitte Februar im Gesundheitsamt. Herr Obermedizinalrat Dr. Traupe riet mir dringen, mich vorzeitig pensionieren zu lassen. Er will der Regierung meine Dienstunfähigkeit mitteilen. Anfang März teilte mir die Regierung mit, dass sie auf Grund des Ergebnisses der amtsärztlichen Untersuchung beabsichtige, mich in den Ruhestand zu versetzen. Von der Möglichkeit, innerhalb eines Monats Einwendungen zu erheben, werde ich keinen Gebrauch machen.

Ostern 1965/66 Schülerzahlen: Entlassen wurden nach 9 Schuljahren 3 Jungen und 2 Mädchen. Aus dem 6. (3 + 6) 7. (0+6) und 8. Schuljahr (1 + 3) gingen 4 Jungen und 15 Mädchen auf die Mittelpunktschule Neuenhaus. Ein Mädchen besucht die Realschule in Neuenhaus. Neu aufgenommen wurden 7 Jungen und 5 Mädchen. In den 6 Jahrgängen (1 - 6) betrug die Kinderzahl zu Beginn des Schuljahres 70 Kinder ( 36 Jg. und 34 M.)

Vertretung: Zu Beginn der Osterferien schrieb meine Hausärztin mich krank und erklärte mich bis auf weiteres für dienstunfähig. Die Vertretung wird wie folgt geregelt: Fräulein Kirves behält vorläufig die unteren 4 Jahrgänge, 5. und 6. Jahrgang fahren mit einem Schulbus von Montag bis Freitag nach Halle (täglich 5 Std. Unterricht!)

Versetzung in den Ruhestand: Ende April teilte mir die Regierung mit, dass sie mich wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt, der mit dem 1. August 1965 beginnt. Die Entlassung soll am letzten Schultag vor den Sommerferien sein (7. Juli).

Das der Gemeinderat außer dem Herrn Schulrat, die Kollegen der Nachbarschulen, den Herrn Pastoren und die ganz Gemeinde eingeladen hatte, war die Feier in Völkers Saal, der bis auf den letzten Platz besetzt war. Die Schulkinder hatten auf Bänken an allen Wänden Platz genommen. Fräulein Kirves hatte ein recht passendes Programm zusammengestellt, nach dessen Abwicklung alle Erschienenen mit Kaffee und Kuchen bewirtet wurden.

Als Abschiedsgeschenk bekam ich von der Gemeinde eine Bettcouch mit 2 Sesseln. Außerdem wurden mir ein Präsentkorb, Blumensträuße, Topfblumen und ein wunderschöner Bildband überreicht.

Da ich mehr als 30 Jahre Mitglied der kirchlichen Gemeindevertretung war, ließ der Kirchenrat mir ein fahrbares Tischchen überreichen. Die Grafschafter Nachrichten brachten am folgenden Tag den nachstehenden Bericht von der Verabschiedung.

 

In den letzten Tagen vor dem offiziellen Eintritt in den Ruhestand habe ich die letzten typischen Lager Häuser fotografiert (Dielentür nach der Straße, Holzgiebel, und weit nach unten gezogene Dächer) um sie der Nachwelt zu erhalten, denn keiner weiß, wie lange sie noch stehen.

I Wohnhaus Tübbergen

II Doppelwohnhaus Braakmann (früher auch noch von der Familie Arnold Lieftink mitbewohnt).

III Doppelwohnhaus Wahlfeld/Georg van den Bosch, das schon starke bauliche Veränderungen erfahren hat. Im Hintergrund das Haus Nykamp (Janzen!), bei dem die Dielentüren schon vor etwa 45 Jahren (in der Inflationszeit nach dem 1. Weltkrieg!) zugemauert und die Diele durch eine Fahrrad - Reparaturwerkstatt und einen Fahrradladen umgebaut wurden.

IV Die ehemalige Küsterwohnung (seit einigen Jahren Eigentum der Familie Antons).  An dem Anstrich der Fensterläden erkennt man noch den typischen Anstrich der Häuser, die im Besitz des Barons van Heekeren waren.

V Wohnhaus der Familie Hendrik Bildermann. Das weit heruntergezogene Dach wird durch den im Vordergrund stehenden Rotdornbaum verdeckt.

Am Sonnabend, dem 31. Juli, überbrachte Herr Schulrat Kollmann die Dankesurkunde des Herrn Regierungspräsidenten. Damit ist meine endgültige Versetzung in den Ruhestand vollzogen.

H. Kip

* Wegen der besseren Übersicht wurden die einzelnen Abschnitte der Schulchronik, die im Original jeweils mit "Ostern 19.." beginnen, durch die Bezeichnungen der Schuljahre gegliedert. Außerdem wurde die Rechtschreibung angepasst.